RATGEBER · BELEUCHTUNG
Licht am Arbeitsplatz. Reflexionen vermeiden.
Gute Beleuchtung fällt im Arbeitsalltag oft erst dann auf, wenn sie fehlt: Der Bildschirm spiegelt, die Unterlagen liegen im Schatten oder am Nachmittag blendet die Sonne.

WORAUF ES ANKOMMT
Gut geplant. Passend eingerichtet.
Tageslicht beobachten
Fenster und Blickrichtung prüfen
Reflexionen prüfen
Raumlicht und Arbeitslicht unterscheiden
Arbeitslicht ergänzen
Nicht nur am Morgen testen
Ein angenehmer Bildschirmarbeitsplatz lebt vom Zusammenspiel aus Tageslicht, Leuchten und sinnvoller Positionierung.
DER EINSTIEG
Fenster und Blickrichtung prüfen
Steht ein helles Fenster direkt hinter dem Monitor, kann der Kontrast zum Display unangenehm werden. Licht im Rücken kann sich auf dem Bildschirm spiegeln. Eine Blickrichtung möglichst parallel zur Fensterfront ist daher ein guter Ausgangspunkt – kein Ersatz für die Prüfung vor Ort.
WISSEN & PRAXIS
Raumlicht und Arbeitslicht unterscheiden
Die Raumbeleuchtung sorgt für ein ausgeglichenes Helligkeitsniveau. Eine Arbeitsleuchte kann zusätzlich die Fläche für Lesen, Schreiben oder Skizzieren beleuchten. Richte sie so aus, dass weder direkte Blendung noch spiegelnde Reflexionen auf den Arbeitsmitteln entstehen.
FÜR DIE PLANUNG
Erst die tatsächlichen Anforderungen prüfen – danach Möbel, Materialien und Ausstattung auswählen.
WISSEN & PRAXIS
Nicht nur am Morgen testen
Jahreszeit, Wetter und Sonnenstand verändern die Situation. Prüfe den Arbeitsplatz mit eingeschaltetem Monitor am Vormittag und am Nachmittag. Ein regulierbarer Sonnenschutz schafft häufig mehr Alltagstauglichkeit als eine stärkere Leuchte.

WISSEN & PRAXIS
Darauf bei einer Leuchte achten
Wichtig sind eine zur Aufgabe passende Lichtverteilung, eine sinnvoll einstellbare Richtung und eine Position, die keine Blendung erzeugt. Herstellerbegriffe allein sagen wenig darüber aus, ob die Leuchte in deinem Raum funktioniert.
WISSEN & PRAXIS
Der vermeintlich helle Platz ist nicht immer der beste
Ein großer Fensteranteil kann freundlich wirken und gleichzeitig einen starken Helligkeitskontrast erzeugen. Wenn der Bildschirm deshalb schlecht ablesbar ist, hilft nicht zwingend mehr Raumlicht. Sinnvoller kann es sein, den Tisch anders auszurichten, den Sonnenschutz anzupassen oder eine gezielte Leuchte anders zu positionieren. Beurteile immer den tatsächlich genutzten Platz.
WISSEN & PRAXIS
Direkte Blendung und Spiegelung sind nicht dasselbe
Wenn das Fenster im Blickfeld sehr hell ist, entsteht ein großer Unterschied zwischen Bildschirm und Umgebung. Steht eine helle Fensterfläche dagegen hinter dir, können sich Licht und Gegenstände auf dem Monitor spiegeln. Beide Probleme fühlen sich störend an, lassen sich aber nicht immer mit derselben Maßnahme lösen.
Beginne mit der Blickrichtung. Eine seitliche Position zum Fenster ist häufig ein guter Ausgangspunkt. Prüfe anschließend, welche Tageszeiten den Raum besonders hell machen und ob sich Rollos oder andere Sonnenschutzvorrichtungen sinnvoll einstellen lassen.
WISSEN & PRAXIS
Ein Beleuchtungstest im echten Arbeitsablauf
Öffne am Monitor ein Dokument mit hellen und dunklen Flächen und setze dich an deinen gewöhnlichen Arbeitsplatz. Achte darauf, ob du bei Sonnenschein die Augen zusammenkneifst, deinen Sitz unbewusst drehst oder den Bildschirm ständig heller stellst. Wiederhole die Probe bei Bewölkung und am Nachmittag.
Nutze anschließend eine Arbeitsleuchte für Papierunterlagen oder handschriftliche Tätigkeiten. Verändere den Leuchtenwinkel, bis die Arbeitsfläche gut beleuchtet ist, ohne dass die Leuchte direkt blendet oder sich als heller Fleck im Bildschirm zeigt.
ZUM ABSCHLUSS
Worauf eine Produktbeschreibung Antwort geben sollte
Für eine Arbeitsleuchte sind Lichtverteilung, sinnvolle Verstellmöglichkeiten und eine geeignete Positionierung meist wichtiger als eine dekorative Designbezeichnung. Für Sonnenschutz zählt, dass du Lichteinfall und Sicht nach außen möglichst gut regulieren kannst. Datenblätter und Herstellerinformationen sollten die Merkmale belegen.
Eine konkrete Beleuchtungsplanung für betriebliche Bildschirmarbeitsplätze unterliegt zusätzlichen Vorgaben. Unsere allgemeinen Einrichtungshinweise ersetzen keine Beurteilung des jeweiligen Arbeitsplatzes. Die DGUV-Information 215-410 und die ASR A6 geben hierfür fachliche Orientierung.
FACHLICHE GRUNDLAGEN
Zum Nachlesen.
Für fachliche Aussagen sind ergänzende Quellen angegeben. Einzelne Anforderungen hängen von der Nutzung und den jeweiligen Rahmenbedingungen ab.
VON DER IDEE ZUR AUSWAHL
Die richtigen Details entscheiden.
Bei der späteren Produktauswahl zählen überprüfbare Eigenschaften und die Frage, ob die Lösung im eigenen Raum tatsächlich funktioniert.
Darauf achten
- Lichtverteilung
- Verstellbarkeit
- Leuchtenposition
- Sonnenschutz
- dokumentierte technische Angaben